Streicher solo : Lambarena-Bach Goes to Africa

Lambarena-Bach Goes to Africa

EUR 16,08

  1. Jesus bleibet meine Freude (Auszug)
  2. Lasset uns den nicht zerteilen Sankanda
  3. Fuge über Mayingo
  4. Herr, unser Herrscher
  5. Gigue Mabo Maboe
  6. Ruht wohl, ihr heiligen Gebeine Bombé
  7. Präludium Pepa nzac gnon ma
  8. Präludium Nr. 14 fis-moll BWV 883 Mamoudo na sakka bay boudouma ngombi
  9. Agnus Dei
  10. Ikokou
  11. Dreistimmige Invention Nr. 3 D-Dur BWV 789 Inongo
  12. Okoukoué
  13. Was mir behagt, ist nur die muntre Jagd! BWV 208 (Jagd-Kantate) (Auszug)
  14. Jesus bleibet meine Freude

Lambarena. Klassik-CD. AV Bach goes to Africa

Bach-unzerstörbar - Johann Sebastian Bachs Musik wird oft bearbeitet, in den seltsamste Kombinationen, diese CD ist eine der seltsameren. Nicht, dass die afrikanische Musik nicht für sich genommen, mit viel Freude anhörbar wäre-Lebensfreude pur.Und dann die Musik von Bach-fragmentarisch gewiss. Aber diese Stücke, ob es nun aus der Johannes-Passion, der h-moll Messe oder der Bach-Kantate, Was mir behagt, ist nur die muntere Jagd oder ein Stück einer Violin-Solosonate ist- es bleibt Bach. Es ist tief berührende Musik-gerade in dieser Verfremdung wird ihre ungeheure Schönheit und Intensität noch deutlicher.Die Assoziation an Albert Schweitzer ist natürlich gegeben. Out of africa- in einer sehr besonderen Variante. Ein grosser Musiker- ein grosser Arzt- ein grosser Philantroph.Eine schöne Erinnerung- und die sichere Erkenntnis, Bachs Musik ist so stark, dass keine Bearbeitung ihre Bedeutung mindern kann.

Symbiose zweier genialen Musikkulturen - Genial - Bach war genial (viele andere europäischer Musiker sind es auch)- und die afrikanischen Musiker sind es sowieso. Wer auf dieser CD nach musikalischer Perfetkion sucht, sucht diese vergebens. Es gibt sie nicht, diese Perfektion! Wer die Vielfalt und Eigenständigkeit der euroafrikanischen Kultur liebt, wird in eine musikalische Symbiose hineinhören dürfen, welche für offene (nicht zu kritische) Herzen feinste Sahne sein wird. Ich liebe diese CD seit Jahren, weil Musik für mich eine Aussagekraft hat, die auf keiner Gipfelkonferenz dieser Welt je zum Ausdruck kommen kann.

Zwischen (Bach-)Wasser und Urwald? - Lambarena -- Bach to Africa -- hinter diesem CD-Titel verbirgt sich eine musikalische Hommage à Albert Schweitzer, schließlich war Schweitzer, bevor er Medizin studierte und im heutigen Gabun sein Hospital in Lambarene gründete, u.a. ein renommierter Bach-Forscher und -Interpret. Auch später gab er zeit seines Lebens Orgelkonzerte (u.a. zur Finanzierung seines Krankenhauses), wenn er sich in Europa aufhielt.Die beiden Musiker und Komponisten Hughes de Courson und Pierre Akendengue wollten mit diesem außergewöhnlichen Projekt Schweitzers musikalisches Spektrum ausleuchten, also einerseits Bachs Barockmusik und andererseits westafrikanische Musiktraditionen zusammenbringen. Die einzelnen Tracks vereinigen jeweils bekannte Kantaten, Präludien usw. von Bach und westafrikanische Musik -- mal im Zusammenspiel, mal kontrastierend. Diese ehrgeizige CD wurde mithilfe der eigens hierzu gegründeten Stiftung L Espace Afrique nach unglaublich aufwendigen Vorbereitungen in Frankreich und Gabun in Paris aufgenommen. Neben französischen Solisten und Orchestern mit klassischer Ausbildung sind auch verschiedene Ensembles aus Gabun sowie zwei argentinische Tango- und Jazzmusiker mit von der Partie.Ein ehrgeiziges Projekt, wie gesagt -- und ein mutiges obendrein, denn auch wenn jeder der beteiligten Musiker hörbar ein Könner ist, so kann bei einem solchen Vorhaben doch einiges schiefgehen. Und leider ging auch einiges schief, wie sich herausstellt, wenn man diese CD öfter gehört hat. Anfangs ist man noch begeistert, wunderbare Chöre und Vokalensembles, ob nun aus Frankreich oder aus Gabun, virtuose Musiker auch in den Orchestern, dazu mitreißende Rhythmen. Aber bald wird man unzufrieden, denn obwohl einige Tracks wirklich originell komponiert, arrangiert und interpretiert werden, klingen die meisten ein wenig zu sehr nach vordergründigem Effekt.Generell stelle ich folgende Tendenzen fest:Überzeugend sind die wenigen Tracks, in denen afrikanische Musiker Bach sche Stilmerkmale adaptieren, besonders Track 3 (Mayingo/Fuge über Mayingo) besticht. Aber auch die Tracks 4 und 5 klingen ähnlich überzeugend: Afrika à la J.S. Bach. Wunderbar! Mehr davon!Die meisten Tracks jedoch sind zwar nett anzuhören, der afrikanische Gesang groovt wunderbar, und Bach groovt auch (wenn man so will) -- aber einzeln würde jede dieser Aufnahmen mehr überzeugen: Ein Zusammenhang zwischen europäischer und westafrikanischer Musik ist kaum zu erkennen, die Stücke hören sich an, als habe man willkürlich ein berühmtes Vokal- oder Instrumentalstück von Bach mit irgendeinem westafrikanischen Traditional zu kombinieren versucht, notfalls durch rhythmische Änderungen etc. Der Sinn der Übung hat sich zumindest mir nicht erschlossen.Etwas nervtötend ist die Nummer 6 -- Ruhet wohl, ihr heiligen Gebeine aus der Johannes-Passion wurde hier mit rhythmischem Klatschen unterlegt -- was wollte uns der Arrangeur damit sagen? Auf mich wirkt das nur albern. Schade um die wunderbar einfühlsame Interpretation der Kantate.Immerhin, völlig danebengegangen ist eigentlich nur Track 13, wo die Kantate Was mir behagt, ist nur die muntre Jagd klingt wie weiland Rondo Veneziano. Wer diese Gruppe mag, hat Glück gehabt. Mir gefällt sie leider nicht.Mein ernüchtertes Fazit nach mehrmaligem Hören: Wer Bach hören will, sollte Bach hören -- es gibt wunderbare traditionelle Einspielungen seiner Werke. Und wer afrikanische Musik hören will, sollte zu den entsprechenden Aufnahmen greifen, auch das lohnt sich unbedingt. Aber eine Fusion dieser völlig verschiedenen Musiktraditionen -- nun, ob das ohne Substanzverlust auf beiden Seiten gelingen kann, bezweifle ich, und diese CD bestätigt meine Zweifel (mit den oben erwähnten drei Ausnahmen).Also: Im großen und ganzen nett anzuhören, aber vom Hocker reißen tut s einen höchstens beim ersten oder zweiten Anhören.

Interessante Symbiose - Es ist ein interessantes Experiment und, soviel vorab: es ist gelungen. Lambarena - Bach to Africa wurden verschiedenste Bach-Stücke einer Afrikanisierung unterzogen, die nicht übergestülpt oder unpassend wirkt, sondern Bach in sehr interessanter und spannender Weise ergänzt. Besonders beeindruckend finde ich den Eingangschoral der Johannespassion, der in dieser Version zusätzlich in eine ganz anderen Dimension erlebbar wird.Problematisch wird es an den rein klassischen Stellen, die von Chor und Instrumentalisten etwas zu zu artig und dann eben ein wenig langweilig und teilweise auch nicht kraftvoill genug musiziert werden. Alles in allem ist die CD aber auf alle Fälle ihr Geld wert und das ist nun auch nicht wieder nur ihrer Einzigartigkeit geschuldet.

wunderschön! - Meinen VorschreiberInnen kann ich mich nur anschließen, die Musik ist wunderschön, getragen von einer unvergleichlichen Spannung, die v.a. durch die afrikanischen Rhythmuselemente, welche eingebettet in die klassische Musik sind, erzeugt wird. Ein wunderbares Geschenk - für einen selbst oder für andere, gleich welcher Generation!




Lambarena-Bach Goes to Africa